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Tag der Menschenrechte 2020

Zuletzt aktualisiert von bfg Nürnberg am 9. Dezember 2020 - 16:29

Am Donnerstag, dem 10. Dezember, werden wir von 12.30 bis 13.30 Uhr in Nürnberg den Tag der Menschenrechte mit einer kleinen Demonstration begehen, unter Einhaltung der Coronamaßnahmen. Die Veranstaltung wird am Kornmarkt stattfinden, am Eingang zur Nürnberger Straße der Menschenrechte.

Am 20. November dieses Jahres jährte sich der Beginn der Nürnberger Prozesse zum 75. mal. Im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher mussten sich 24 Vertreter des nationalsozialistischen Deutschland für ihre Taten verantworten, womit erstmals in der Geschichte Politiker und Militärs eines Staates für durch diesen verübte Verbrechen vor Gericht standen. Die Nürnberger Prozesse legten damit nicht nur einen zentralen Grundstein für das moderne internationale Strafrecht, sondern stellten exemplarisch die Stärke des Rechtes gegen das Recht des Stärkeren, das bis dahin in internationalen Beziehungen die Norm war. Drei Jahre später, am 10. Dezember 1948, folgte als weitere Reaktion auf die Schrecken des 2. Weltkrieges und die Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen, die die unveräußerlichen Grundrechte aller Menschen verkündet. Dieser Tag im Jahr wird seitdem als Tag der Menschenrechte gefeiert.

Dem bfg ist es ein besonderes Anliegen, an dieses Erbe und diese Verantwortung anzuknüpfen, weiterhin für das Ideal der Menschenrechte einzustehen und die Achtung dieser grundlegenden Rechte aller Menschen einzufordern. Auch heute gibt es noch Staaten, die ihren Bürgern eine derartige menschenwürdige Behandlung verweigern und die Idee eines friedliche Zusammenlebens der Völker und Staaten missachten. Um für eine bessere Welt zu demonstrieren, laden wir daher morgen, am 10. Dezember, um 12.30 Uhr zu einer öffentlichen Versammlung auf dem Kornmarkt in Nürnberg ein, am Eingang zur Straße der Menschenrechte. Die Veranstaltung wird eine Stunde dauern. Der Tag der Menschenrechte gilt in Bayern als alternativer humanistischer Feiertag, weshalb Mitglieder des bfg und deren Kinder durch formlosen Antrag eine Befreiung von Arbeit und Schulunterricht in Anspruch nehmen können.


Um dem Tag ein konkretes Gesicht zu verleihen, stellen wir ihn dieses Jahr unter das Motto „Make law, not war!“, ein Zitat des letzten noch lebenden Chefanklägers der Nürnberger Prozesse, Benjamin Ferencz, der 1947/48 den Prozess gegen die Führer der SS-Einsatzgruppen in der besetzten Sowjetunion leitete. Ferencz feierte dieses Jahr seinen 100. Geburtstag und setzte sich zeit seines Lebens aktiv für den heutigen internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ein. Er gilt als ein Advokat des Friedens. Sein Lebenswerk zu ehren ist uns ein besonderes Anliegen.

In einer Videobotschaft zum diesjährigen Jubiläum der Nürnberger Prozesse machte er deutlich:

„Ich weiß, dass sich in dieser Welt vieles ändern muss. Zuerst muss sich etwas im Herzen und dann im Geiste ändern, um den Krieg als Mittel zur Beilegung von Streitigkeiten zu ändern.“ (Hier der Link zur ganzen Rede.)

Aufgrund der Infektionslage und der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie fordert der bfg alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung zum durchgehenden Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, sowie zum strikten Befolgen der Abstandsregeln auf. Auf die Hygieneregeln wird zu Beginn der Versammlung nochmals hingewiesen werden.

Klicken Sie hier für die Ankündigung der Veranstaltung im Humanistischen Pressedienst.

Kontakt für Rückfragen: julian.wagner@bfg-bayern.de.