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Regensburger Domspatzen: „Totale Institution, die alle Lebensbereiche der Schüler steuerte und kontrollierte"

Zuletzt aktualisiert von presse am 31. Juli 2019 - 16:47

Radiointerview mit Udo Kaiser, der von 1956-62 bei den Regensburger Domspatzen war und bei der Aufarbeitung seit 2010 eine wichtige Rolle spielt.

Am 18. Juli 2017 veröffentlichte der Anwalt Ulrich Weber einen 440 Seiten umfassenden Abschlussbericht zu den Missbrauchs- und Gewaltfällen bei den Regensburger Domspatzen. Demnach wurden 547 Jungen in den Jahren 1945-92 Opfer körperlicher und/oder sexueller Gewalt. Weber hat insgesamt 49 Beschuldigte aus den Bereichen Schule, Chor & Musikerziehung und Internat angeführt, die Kinder misshandelt hatten.

Am 22. Juli 2019, zwei Jahre später, wurden nun zwei weitere Studien vorgestellt, die darlegen sollen, wie es in den Schulen, den Internaten und dem Chor überhaupt soweit kommen konnte. Eine Studie – eine historische - ist von Professor Bernhard Löffler und Dr. Bernhard Frings von der Universität Regensburg erstellt worden. Die andere Studie ist eine sozialwissenschaftliche Analyse, die von Professor Martin Rettenberger, Lisanne Breitling und Dr. Matthias Rau von der Kriminologischen Zentralstelle Wiesbaden (KrimZ) verfasst wurde. Vor allem im Fall der Vorschule in Etterzhausen sprechen die KrimZ-Mitarbeiter von einer "Totalen Institution, die alle Lebensbereiche der Schüler steuerte und kontrollierte".

Zu Gast im Studio von Radio LORA war Udo Kaiser, der von 1956-62 bei den Regensburger Domspatzen war und bei der Aufarbeitung der Missbrauchs- und Gewaltfälle seit 2010 eine wichtige Rolle spielt. Mit ihm haben wir über die neuen Erkenntnisse gesprochen, die die beiden aktuellen Studien gebracht haben.