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Erlanger Konfessionsbindung erneut rückläufig

Zuletzt aktualisiert von bfg Erlangen am 19. Januar 2019 - 10:11
Die Bindung der Erlanger an christliche Konfessionen geht stetig zurück. Und trotzdem: Wird aus dem "evangelischen" bald ein "katholisches" Erlangen?

Das Statistische Jahrbuch der Stadt Erlangen bringt es an den Tag: Während die Großstadt jedes Jahr zuverlässig um rund ein Prozent auf bald schon 115.000 Einwohner wächst, nimmt die amtlich erfasste Bindung der Erlanger Bürger an die christlichen Konfessionen seit Jahren stetig ab. Nach einem protestantischen Bevölkerungsanteil von fast einem Drittel (33%) Ende 2010 – damals kamen die Katholiken gerade noch auf 31,1% – haben beide Konfessionen die 30%-„Messlatte“ bereits vor Jahren (RK: Ende 2013 / EV: Ende 2015) „gerissen“. Der unübersehbare Abwärtstrend sieht beide Konfessionen mittlerweile (Ende 2018) jeweils bereits bei unter 28%, die die evangelische Bevölkerung Ende 2017 tatsächlich gerade noch aufzuweisen hatte, während die Katholiken vor einem Jahr bereits einen Tiefststand von 27,7% erreicht hatten. Wie hoch der Anteil der darunter nur noch „formell“ Gläubigen ist, die aus Bequemlichkeit ihre qua Taufe auferlegte Religionszugehörigkeit nicht gekündigt haben, darf nur gemutmaßt werden.

Neben dieser generell rückläufigen Entwicklung ist dabei natürlich auch die Relation beider Konfessionen zueinander von Interesse, die Erlangen im ganz speziellen Bayerischen Feiertagskalender bislang – noch – als „evangelische“ Stadt behandelt, obwohl der Rückgang bei den Protestanten bereits den Anteil der Katholiken unterschritten haben dürfte. Diese Einstufung könnte daher nach dem nächsten Zensus durchaus bereits heute in ein „katholisches“ Erlangen umschlagen: Selbst bei einem Anteil von nur noch einem Viertel der Bevölkerung würden wir der dann stärkeren katholischen Konfession womöglich schon bald mit „Mariä Himmelfahrt“ einen weiteren Feiertag am 15. August verdanken!